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Leitgedanken

Hier sind alle Leitgedanken aus den Pfarrbriefen seit Oktober 2002 zu finden:

„Meine Zeit steht in deinen Händen, nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir...”

Uhr

Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf, wenn wir das Lied von Peter Strauch mit seiner tragenden Melodie gemeinsam in unseren Gottesdiensten singen. Gerade an der Wende zu einem neuen jahr gewinnt der Inhalt des Liedes an Bedeutung.

In welcher Lebenssituation ich mich auch befinde, wird mir bei den gesungenen Worten: „Meine Zeit steht in deinen Händen” die Geborgenheit, die Gott mir schenken möchte, bewusst. in jeder Stunde, an jedem Tag, in jedem Neuanfang steckt in seiner Zusage eine geschenkte „Lebenslange Versicherung”, an der ich mein Leben ausrichten kann. Für manche mag dies ein Wagnis sein, für viele eine Chance. ein Angebot bleibt es für alle!

Schön, wenn man die zum Jahreswechsel geschenkte Zeit sinnvoll nutzen und sich dabei in Gottes Hand aufgehoben fühlen kann. Uns allen einen guten Start ins Jahr 2020 mit dem Wunsch, dass jeder diese geschenkte Zusage im Laufe des neuen Jahres erfahren oder zumindest erahnen kann.

Für die Gemeindeleitung: Gregor Jeub

Oche, Alaaf

Oche, Alaaf

Bild von Barry Pitelen auf Pixabay

Das Vorwort im Reim, da ist sofort klar:
es ist wieder die jecke Zeit im Jahr.
Darüber vergessen wir nicht unsere Sorgen:
Wie wird das Klima in der Welt von morgen?
Machen wir die Einkaufskörbe im Ortsteil voll
oder fahren wir alle raus zur Shopping-Mall?

Macht es Sinn, für eine halbe Stunde zu fliegen
oder sollte auch die Bahnreise im Überlegen liegen?
Welche Zukunft hat unsere Kirche, wenn sich nicht bald was tut?
Die Menschen ziehen Konsequenzen – aus berechtigter Wut.
Ein paar Tage feiern, vielleicht können die Sorgen auch ruh´n,
das ist das Tolle, wenn wir gemeinsam feiern tun.
In der Kneipe, im Zelt, im Zug oder Saal,
es ist wieder Zeit für den Karneval.

Wer´s ruhiger mag, der freut sich an der Ruhe zu Hause
und macht keine Sause – sondern einfach mal Pause.
Danach heißt es: Abstand nehmen, weniger hasten,
auch mal verzichten, mit anderen Worten: fasten.
Denn am Ende, ganz sicher, sind alle wieder brav:
das glaub ich bestimmt und ruf: Oche, alaaf!

Für die Gemeindeleitung Angelo Scholly

Auf den Grund gehen

Der Monat März gehört noch zum Winter, aber er drängt auf den neuen Anfang zu – Frühling.

Die Fastenzeit gehört zu den stillen Zeiten des Jahres, aber sie bereitet den neuen Anfang vor – Ostern.

Eine gute Zeit, sich noch einmal zu vergewissern: Was ist los: in dieser Welt, um mich herum, in mir?

Fastenzeit ist Chancen-Zeit. Sie hilft uns, Antworten zu finden auf zentrale Fragen unseres Lebens. Auch unseres Glaubens: Was ist mit Gott? Zeigt er sich? Welche Botschaft wird er mir sagen?

Antworten darauf ergeben sich nicht von allein. Sie wollen gesucht und gefunden werden. Das geht besonders gut in einer Gemeinschaft. Deshalb feiern wir sonntags unseren Glauben und wir beten jeden Tag – morgens und abends.

Fastenzeit – Zeit voller Möglichkeiten, dem Grund des Lebens auf den Grund zu gehen.

Dann mag der neue Anfang kommen…

Für die Gemeindeleitung:
Josef Voß

Foto: Johannes Plenio, www.coolfreepix.com

Steht auf

geschlüpftes Küken

Foto: Pixabay

„Steht auf vom Tod, ihr seid geweckt.
Kommt her zu Tisch, er ist gedeckt.
Geht und verteilt, ihr seid das Brot.
Geht und reicht rund, ihr seid der Wein!
Geht und sagt rund von Mund zu Mund.
Geht und sagt rund, ein neuer Bund.”

Diese Liedzeilen wurden vor vielen Jahren von Wilhelm Willms in seinem Musical „Ave Eva” vertont; ich habe sie oft gehört, gesungen und gefühlt; sie haben nicht an Aktualität verloren. Am Tisch mit Jesus macht er uns selber zu Brot und Wein für andere. Wir sind geladen, anderen zu einem gelingenden Leben zu verhelfen. Kein Wort, das von einer lähmenden Erstarrung oder einer ängstlichen Gesellschaft hinter verschlossenen Türen spricht, findet im Musical einen Ton.

Musik und Text wollen Bewegung: Steht auf und geht!
Steht auf aus bequemen Haltungen und wagt Veränderung.
Steht auf im Trott des grauen Alltags und sucht neue Wege.
Steht auf von vernichtenden Gesprächen und setzt euch an den Tisch des Wohlwollens und des Respekts.
Steht auf in ungerechten Situationen und stärkt den Rücken der Schwachen.

Es gibt zu viele tote Momente mitten im Leben – steht auf!
Geht und verteilt eure Hoffnung.
Geht und reicht die Hand.
Geht und baut mit am neuen Bund.
Geht und sagt: Steht auf!

Gesegnete Ostertage wünscht für die Gemeindeleitung: Gerlinde Lohmann

Der stille Protest

Der stille Protest

Bild: Shelagh Murphy von Pexels

Das Leben zieht dahin – ohne Struktur, ohne Gewohnheit. Es ist so, als würde alles zerfließen. Wir sehen zwar, was draußen passiert, aber es berührt uns nicht wirklich.

Alles ist nahe - aber es durchdringt nicht die Dumpfheit. Nichts prickelt auf der Haut, nichts streicht durchs Haar, nichts weckt die Sinne tief und dauerhaft.

Dennoch ist der Frühling da! Die Natur blüht und duftet an allen Ecken. Sie weiß nichts von Seuchen und Risikogruppen, von Symptomen und Tests, von Erkrankungen und Sterberaten. Die Natur gibt, was sie hat.

Schön die neuen Farben auf den Feldern und in den Gärten. Betörend die Gerüche der frischen Pflanzen und Blüten. Erfrischend das junge Grün an Hecken, Sträuchern und Bäumen. Hinreißend die Vielfalt der Formen und Arten in Gottes Schöpfung.

Ja, die Natur stimmt ihren stillen Protest an gegen Dumpfheit und Trägheit. Sie lockt uns heraus aus Bitterkeit und Trübsinn.

Wie wohltuend und nötig dieser Protest für uns ist! Danke!

Für die Gemeindeleitung: J. Voß

„Ja immer, immer wieder geht die Sonne auf”

lachende Frau

Wer kennt ihn nicht, den gleichnamigen Song? Tag für Tag hallte er in den Anfängen der Corona-Pandemie von den Feuerwehrwagen durch Aachens Straßen.

Vielen hat er Mut gemacht und war ein Lichtblick, da er an unser solidarisches und achtsames Zusammenrücken in dieser eigenartigen Zeit appellierte. Eine schöne Idee, die in Verbindung mit der Musik unter die Haut geht und weiterklingt. Sie lässt fragen: „Wer lässt uns die Sonne aufgehen?” Gleichzeitig aber auch: „Für wen lassen wir die Sonne aufgehen?” Unendlich viele Antworten bieten sich. Die Möglichkeiten, die wir haben, sind unermesslich groß.

In einem Kanon heißt es: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn!” Die gegenwärtige Zeit gibt viele Ansätze nachzudenken. Gott verspricht uns zu beschützen und gibt immer wieder aufs Neue die Hoffnung, dass wir nicht verlassen sind. Dafür können wir ihn loben. Der „Ohrwurm” könnte zu einer helfenden Erinnerung werden, wenn wir summen:

„Ja immer, immer wieder geht die Sonne auf”

Das wünsche ich allen im Namen der Gemeindeleitung!
Gregor Jeub

Gestatten Sie uns, dass wir lernen

Mann mit Schild: Gestatten Sie Dass Wir Lerner

„Gestatten Sie uns, dass wir lernen.” Mit ähnlichen Worten reagierte in den letzten Wochen ein Virologe auf die kritischen Anfragen, warum nicht bereits viel früher dieses und jenes geschehen sei.

„Gestatten Sie uns, dass wir lernen.” Wir haben in der vergangenen Zeit auch lernen dürfen, nämlich dass wir im „zu viel” leben, im „zu viel” an Terminen und Verpflichtungen, im „zu viel” an Möglichkeiten und Aufgaben – im „zu viel” an Auswahl und Gewohnheit, einfach im „zu viel”.

Gestatten wir uns selbst, dass wir lernen? Auch in der Kirche, in unserem Gemeindeleben kann und darf nicht alles so wieder werden, wie es war, und wie wir meinten, dass es so sein müsse. Wir dürfen gemeinsam trauern um die Dinge, von denen wir uns verabschieden müssen. Was war (uns) „zu viel”? Was muss anders werden?

Bevor wir nun wieder im Trubel des alltäglich Notwendigen versinken, sollten wir innehalten und unsere Lerntafel neu beschriften, füreinander gute Lernpartner sein und dafür sorgen, dass unser Lernen uns vorwärts bringt. Wie können wir jetzt die Botschaft Jesu leben und solidarisch handeln? Wenig kann da ganz viel bedeuten.

Gestatten Sie sich, dass Sie lernen. Ich versuche es auch.

Eine schöne Sommerzeit wünscht Ihnen für die Gemeindeleitung
Gerlinde Lohmann

Zwischen Sorge, Zuversicht und Vorsatz

Teddy mit Mundschutz

Nach der Sommerpause startet das ‚normale’ Leben neu. Doch was ist in diesem Jahr schon normal?

Mit Sorge sehe ich die Oberflächlichkeit von Menschen, die sich an Corona gewöhnt haben und das Virus verharmlosen. Die Masken sind lästig, der Mindestabstand verringert sich, Umgangsformen werden reich.

Dennoch gehe ich mit Zuversicht in das zweite Halbjahr und stelle mich seinen Herausforderungen.

Ich nehme mir vor:

  • die nötigen Regeln einzuhalten
  • Kontakte zu pflegen, weil mich jemand braucht (und ich auch sie und ihn)
  • den Draht zu Gott nicht zu vernachlässigen
  • gewohnte Umgangsweisen zu hinterfragen
  • verantwortungsvoll Feste zu feiern
  • die Gemeinschaft mit den anderen Glaubenden zu suchen
  • die Gesundheit und Freiheit der anderen zu achten
  • die familiären Beziehungen achtsam zu leben

Ich setze auf die Vorsichtigen und dennoch Mutigen, die mich stark machen für eine Zeit, die alles andere als normal sein wird. Und ich hoffe, dass ich in dieser Gruppe viele Christen treffe.

Für die Gemeindeleitung: Josef Voß

Stürmische Zeiten

Bäume in im Herststurm

Der Herbst hat so viele verschiedene Seiten: mal die wohlig-gemütliche, mal die bunt-heitere, mal die unangenehm-kühle, mal die windig-stürmische.

Der Herbststurm bringt so einiges in Bewegung, reißt alles mit sich, was nicht niet- und nagelfest ist, wirbelt das Verstaubte hoch, sorgt für Rückenwind oder erfordert viel Widerstandskraft. Dieser ist für mich mehr als eine reine meteorologische Erscheinung, er ist eine notwendige existentielle Erfahrung.

Zwei biblische Bilder fallen mir dazu ein. Das eine stammt aus dem Markusevangelium (Mk 4,35-5,1), wo die überwältigende Angst und Perspektivlosigkeit angesichts des heftigen Wirbelsturms greifbar wird. Die jetzige Situation, in der ein erfahrener Steuermann das Steuer aus der Hand gibt, fühlt sich ähnlich an und löst viele Fragen aus: Worauf setzten wir unser Vertrauen? Was trägt uns als Kirchengemeinde durch diese stürmischen Zeiten? Wie gelingt das gute Miteinanderin unserem gemeinsamen Boot?

Das zweite Bild ist das Pfingstgeschehen, bei dem der Sturm als Wirkung und Zeichen des Heiligen Geistes beschrieben wird – inspirierend, begeisternd, anstoßend, mitreißend? Ich bin dankbar für Menschen, die auch in unseren Gemeinden die Fenster und Türen ständig aufreißen. Ich bin dankbar für die vielen Weggefährten, die frische Luft hereinlassen und neuen Schwung bringen. Ich bin dankbar für die Menschen, die angesichts der großen Veränderungen das Bewährte sichern und erhalten. Ich bin auch dankbar für Menschen, die sich den Widerständen aussetzen und standhalten.

Letztendlich bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung der stürmischen Zeiten.
Für die Gemeindeleitung: Tetyana Lutsyk

WOHIN GEHT‘S?

Schuhspitzen und Fragezeichen auf Asphalt

Oft stellen wir diese Frage, wenn Kolleginnen oder Freunde in Urlaub fahren – was allerdings in unseren Zeiten gerade nicht so oft vorkommt. Ich stelle mir diese Frage aber auch mit Blick auf unser Gemeindeleben.

Werden Gottesdienste wieder besser besucht sein, wenn man keine Sorge mehr haben muss wegen der Pandemie? Oder haben manche Menschen gemerkt, dass ihnen ohne Gottesdienst in der Kirche gar nicht viel fehlt?

Wird es noch neue Messdienerinnen und Messdiener geben, auch wenn bislang erst sehr wenige Anmeldungen eingegangen sind? Ist die Sorge der Grund oder ein Abstand von allem?

Wie geht es weiter mit den Chören, den Gruppen, den Angeboten? Werden diese in alter Blüte aufleben können, wenn die Bedingungen wieder normal sind?

Reichen unsere Angebote wie täglicher Impuls und wöchentlicher Podcast?

Sind wir caritativ und seelsorgerisch ausreichend aufgestellt und aktiv?

Manchmal wünsche ich mir die Gabe, Not zu sehen und so schnell zu handeln wie der Heilige Martin. Oder auch – wie Philipp Neri –, bei allen Aktivitäten den Humor zu behalten und den Menschen Freude zu bereiten.

So blicke ich mit Zuversicht nach vorne und denke: Wir packen an, was eben geht.

Oder wie Tim Bendzko singt: Ich geh‘ nicht zurück, ich nehm‘ nur Anlauf.

Für die Gemeindeleitung:
Angelo Scholly